NEWSTextfeld: 20. April 08
SCHLAG GEGEN NEONAZI-SZENE
Der Polizei ist ein Schlag gegen die Südtiroler Neonazi-Szene gelungen. Am Donnerstag den 17.04.08 startete die Polizei landesweit eine Razzia mit dem Codenamen „Odessa“.
In den frühen Morgenstunden durchsuchten die Sicherheitskräfte rund 50 Wohnungen von mutmaßlichen Neonazis. Für 16 Rechtsextrem klickten dabei die Handschellen. Ihnen wird rassistische und nationalistische Hetze, sowie Gewalt in 20 Fällen vorgeworfen. Insgesamt wird südtirolweit gegen rund 100 Jugendliche und junge Erwachsene ermittelt. 
Der Schwerpunkt der Aktion lag im Burggrafenamt. Auffällig ist besonders die hohe Anzahl von Neonazis in der Gemeinde Schenna. Sichergestellt wurden, neben zahlreichem rechtsextremem Propagandamaterial, auch Waffen, wie Messer mit Nazisymbolen, Schlagstöcke und Schlagringe. In der Gemeinde Saltaus verfügte die Gruppe der Verhafteten nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch über einen eigenen Treffpunkt in Form einer Hütte in einem abgelegenen Waldstück.
Neben Aktionen in Südtirol, wie das Abhalten einer Sonnenwendfeier, beteiligten sich einige Südtiroler Neonazis auch an Aktionen im Ausland. So reisten einige zum Trauermarsch nach Dresden, einem der größten Naziaufmärsche in Europa.
Die Festgenommen unterhielten auch Kontakte zu rechtsextremen Kreisen und Gruppen in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Mittlerweile haben sich die Ermittlungen auf diese Länder ausgedehnt.
Die Antifa Meran begrüßt das Einschreiten der Polizei und die dadurch ausgelöste öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Problem. Durch diese Verhaftungen sehen wir uns in unserer Arbeit mehr als bestätigt - was es jetzt braucht sind Pläne zur Prävention, um den Rechtsextremismus an seiner Wurzel zu packen und zu verhindern, dass der Hydra neue Köpfe wachsen.
 
Weiterführende Links:
http://www.stol.it/nachrichten/artikel.asp?KatID=da&p=5&ArtID=113662&SID=5569798707846687203

http://derstandard.at/?url=/?id=3306546
http://www.nachrichten.at/regional/oesterreich/671405?PHPSESSID=f2dce7cf5aa5c62178a6cae260f1e6a2 
Siehe auch:
Dolomiten vom 18.04.08 S. 23-24
Neue Südtiroler Tageszeitung vom 18.04.08 S. 2
Textfeld: 19. April 08
FRANZ PAHLS FREUNDE
Der SVP-Abgeordnete Franz Pahl, der mit einer Schrift über den Islam in die Schlagzeilen kam, ist Referent der NPD-nahen „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GFB).
Nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist die „Gesellschaft für freie Publizistik“ die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland und steht der NPD nahe. Sie wurde 1960 von ehemaligen NSDAP– und SS-Angehörigen gegründet und wird seit 2005 von Andreas Molau geführt, der als Spitzenkandidat für die NPD bei den Landtagswahlen in Niedersachsen 2008 kandidiert.
Themen der GFP sind insbesondere die „Infragestellung der Vergasung von Millionen von Juden“, das Bestreiten oder das Relativieren der Kriegsschuld Deutschlands, die „Ausländerfrage“, die „Meinungsfreiheit für nationale Publizistik“ und weitere revisionistische Theorien und Ansätze. Zu den Hauptaufgaben der GFP gehört die Förderung der Zusammenarbeit rechter und rechtsextremer Verleger sowie zwischen Verlegern und Autoren und die politische und juristische Unterstützung im Fall von polizeilichen oder staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die Verfasser rechter Schriften. (Q: wikipedia)
Für diese einschlägige Vereinigung referierte der SVP-Abgeordnete Franz Pahl beim Jahreskongress der GFB 1992, der unter dem Motto „Für ein Europa freier Völker“ stand. „Dr. Franz Pahl begeistert mit seinen Ausführungen zu „Südtirol als Prüfstein für Europa“, heißt es auf der Website und führt Pahl neben Referenten wie den Holocaust-Leugner David Irving und FPÖ-Chef Andreas Mölzer auf.

Textfeld: 15. April 08
AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT in schulen
Eine Studie für die deutsche Innenministerkonferenz kommt zu dem erschütternden Ergebnis, dass fremdenfeindliche Vorurteile unter deutschen Jugendlichen weit verbreitet sind.
Eine bisher noch vertrauliche Studie des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen hat ergeben: Fast jeder dritte deutsche Schüler stimmt der Aussage, es gebe in Deutschland zu viele Ausländer, "voll und ganz" zu. Ein weiteres Drittel der Befragten stimme dem "eher zu".
Zudem ließe fast jeder fünfte der befragten Neuntklässler islamfeindliche Einstellungen erkennen, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Jeder 13. Jugendliche räume ein, schon mal eine Straftat mit rechtem Hintergrund begangen zu haben, zum Beispiel Hakenkreuz-Schmierereien oder Angriffe auf das Eigentum von Ausländern. (Q: Spiegel)
Dass die Situation in Südtirol ähnlich ist, zeigt eine Umfrage an der Landesberufsschule Zuegg in Meran, die im April 2006 durchgeführt wurde. Der zufolge hält jeder Dritte Gewalt gegen Ausländer in manchen Fällen als gerechtfertigt.
Textfeld: 10. April 08
Bacher: gegen nazis
Mit 118 gegen 49 Stimmen wurde Paul Bacher in seinem Amt als Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes bestätigt. Er versucht eine klare Distanzierung vom Rechtsextremismus.
„Wenn wir merken, dass ein Schütze rechtsextremes Gedankengut vertritt, schließen wir ihn sofort aus oder er distanziert sich. Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen. Selbstbestimmung hat nichts mit Rechtsextremismus zu tun. Es ist ein Zeichen von Patriotismus.“, erklärt Bacher.
Auf der Bundesversammlung betont er die politischen Positionen des SSB: „Wir sind gegen jede Verherrlichung totalitärer Regime.“ Und: „Wer Hitler verehrt, ist kein Tiroler.“
Anzumerken aber ist: Diese durchaus nachvollziehbare Position vertritt  ein Landeskommandant, der selbst von Insidern als führungsschwach, ja die gesamte Führung als kopflose Schlange, die sich ziellos dreht, bezeichnet wird. Der Einfluss und die Kontrolle der Führung auf die einzelnen Kompanien, deren Vorgehen und Haltung insbesondere zum Thema Rechtsextremismus muss stark angezweifelt werden.
Textfeld: 18. April 08
„ENDLICH IST RECHT GESCHEHEN“
Mischa Seifert, der Folterknecht des Durchgangslagers Bozen, ist endlich hinter Gittern - Opfer und ihre Angehörige begingen einen gemeinsamen Abend, „um den Kreis zu schließen“.
Arnaldo Loner, Anwalt der Zivilpartei im Seifert-Prozess, betont: „Es ist kein Racheakt, sondern ein Akt der Gerechtigkeit, dass Seifert endlich hinter Gittern sitzt. Eine Verurteilung reicht nicht aus, die Strafe muss vor allem aus moralischen Gründen auch vollzogen werden.
Am Freitag, 18. 04., trafen sich Opfer und Angehörige im Festsaal der Gemeinde. Filmaufnahmen vom Prozess wurden gezeigt, ebenso Aussagen ehemaliger Häftlinge, von denen zehn anwesend waren.
Der Ukrainer Michael Seifert war wegen Mord und Folter währen seiner Stationierung im Durchgangslager Bozen erst Jahrzehnte später, 2002, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er lebte seit 1946 in Kanada und wurde heuer im Februar nach Italien ausgeliefert, wo er nun inhaftiert ist.
Der prozessführende Richter sieht in der Verurteilung einen Wiedergutmachung an den Opfern und ihren Angehörigen. Rosanna Prucoli von der Jüdischen Kultusgemeinde Meran dankt vor allem Lionello Bertoldi von der Partisanenvereinigung ANPI, bedauert aber auch, dass nur wenige junge Leute anwesend waren.
Die Antifa Meran bemerkt aber eine fehlende Kooperationsbereitschaft beider Organisationen und wünscht sich in dieser Hinsicht Besserung.

Q: www.schuetzen.com

Des Menschen höchstes Gut ist seine Menschlichkeit.

 

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