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Widerstand | von Hans Heiss Hans egarter Der vergessene Partisan
Sein Grabstein ist ungeschmückt, sein Name verblasst, nichts weiter als ein Insider-Tipp für Historiker. Die Rede ist von Hans Egarter, dem Journalisten, Partisan und politischen Akteur. Auch er könnte am 20. April seinen Geburtstag feiern, den 98. Aber Egarter ist seit dem 20. Juni 1966 tot und die offizielle Erinnerung an ihn ist mit ihm weitgehend begraben worden. Das offizielle, auch das kirchliche Südtirol, das den lange verfemten Josef Mayr-Nusser jetzt verdientermaßen, mit großem Engagement zur Ehre der Altäre befördert, hat mit Hans Egarter nichts im Sinn. Seine Akte scheint geschlossen, seine Persönlichkeit als unbequeme Nebenfigur der Zeitgeschichte liquidiert. Ältere Brixner mögen sich an ihn erinnern, an seine letzten Lebensjahre, an eine gescheiterte, eine gebrochene Existenz. Bei seiner Beerdigung am 22. Juni 1966 war man in Brixen erstaunt darüber, wer alles im Trauerzug mitging: Eine Abordnung Burggräfler in Tracht und rotem Revers, angeführt von Algunds Langzeit-Bürgermeister Hans Gamper, Abordnungen aus Lana, Ulten und Passeier, Altsenator Friedl Volgger, Grandseigneur und Kaufmann Erich Amonn, der Gründer und erste Obmann der Südtiroler Volkspartei 1945.
Denn Hans Egarter war eine Symbolfigur des bescheidenen Widerstands in Südtirol, einer der wenigen, die sich der Option 1939, dem drohenden Heimat-Verlust und dem Nationalsozialismus 1943-45 entgegenstemmten. Sein Widerstand war nicht ideologisch motiviert, sondern entsprang tiefem Heimatsinn und der Verwurzelung im katholischen Glauben. Auch einem Rechtsbewusstsein von Kohlhaas’scher Sturheit, dem Beharren auf der Rechtmässigkeit von Positionen, die Egarter ohne Diplomatie und Zwischentöne, auch mit Ungeschick vertrat. Dafür wurde er nach 1946 zunächst mit Stirnrunzeln und Befremdung bedacht, bald schon ausgegrenzt und in den Laufstall eines Außenseiters abgeschoben. Das politische Südtirol hatte nach 1945 wenig Verwendung für einen antinazistischen Sturkopf, der alte Rechnungen zu einem Zeitpunkt aufmachte, als Zusammenhalt und der Blick nach vorn auf der Tagesordnung standen. Egarter wurden seine Fehler angekreidet, auf Heller und Pfennig in Rechnung gestellt, seine Verdienste systematisch entwertet. Heute, über 40 Jahre nach seinem Tod, scheint ein neuer Blick auf Egarter notwendig, versuchen wir gemeinsam eine kurze Revision.
Hans Egarter, geboren am 20. April 1909 in Olang, aufgewachsen auf dem „Stundlhof“ in Niederdorf/Pustertal, direkt an der Hauptstraße gelegen, gehörte jener Generation an, der noch das alte Österreich in die Kindheit geschienen hatte. Der Vielvölkerstaat, der Mythos des alten Kaisers, die Einheit von Kirche und Armee, der späte Glanz der Bélle Epoque - all dies verklärte und vergoldete sich rückblickend und überstrahlte die Fehler und Systembrüche der späten Monarchie, ihren Nationalismus und Militarismus, ihr gerütteltes Maß an Ineffizienz. Der talentierte Bub, ein Einzelkind, wuchs hinein in die unruhige Nachkriegsära: Südtirol war seit 1920 bei Italien, und als Egarter 14 war, hatte Mussolini bereits die Macht übernommen. Hans Egarter war ein unsteter Charakter: Sein Wunsch, Priester zu werden, scheiterte an einer Krankheit, so arbeitete er als Mesner, Vertreter und Verkäufer, bis Kanonikus Michael Gamper sein Talent erkannte und ihn 1942/43 als Dolomiten-Berichterstatter einsetzte. Der Schriftleiter der „Dolomiten“ hatte eine Nase für junge Talente, ein Faible zumal für die begabten Bauernbuben, von denen das Land voll war und die doch nur wenig Lebens- und Aufstiegschancen vorfanden. Die Diktatur hungerte eine ganze Generation von Südtirolern geistig aus, beraubte sie ihrer Möglichkeiten und schuf eine Klassengesellschaft. Egarter war eine begabte Feder, ganz nach dem Geschmack des Kanonikus, ein junger Mann voll Gottes- und Väterglauben. Beseelt von einem schwärmerischen Katholizismus, der ihm als zweite Natur des Landes galt, als vitale Kraft, ohne die Südtirol Identität und Charakter einbüssen müsse. Daher rührte auch seine frühe, unbeugsame Abneigung gegen den Nationalsozialismus, in dem er zu Recht eine neuheidnische Ideologie witterte, getragen von einer menschenverachtenden Ordnung, die die germanische Rasse über das bunt gemischte, vielstimmige und vielfarbige Volk Gottes stellte. Und da Egarter wusste und sich ständig darüber informierte, wie sehr die Nazis draußen im Reich die Kirche verfolgten, waren die Herrschaft und Ideologie des Nazismus für ihn nur verabscheuungswert. Dass auch die Kirche mit ihrem Antijudaismus zur Grundlegung und Akzeptanz der NS-Ideologie beigesteuert hatte, vermochte Egarter freilich nicht zu sehen. Zur Jahresmitte 1939 stand Südtirols Gesellschaft vor der größten Zerreissprobe ihrer Geschichte. Die Diktatoren in Berlin und Rom verhängten über die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung der Provinz Bozen als Lösung die Option: Die Möglichkeit, die deutsche Staatsbürgerschaft zu wählen und ins Großdeutsche Reich abzuwandern oder in Italien zu verbleiben, ohne klare Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven. Egarter stemmte sich gemeinsam mit einem kleinen Netz von Gleichgesinnten gegen dieses Ansinnen. Keine Frage, dass es um den Erhalt der Heimat ging, die als katholische, bäuerliche Region der Zumutung der Option zu widerstehen habe. Den Faschismus würde man überstehen, er würde irgendwann wieder verschwinden.
Eine Auswanderung der Südtiroler aber wäre – so Egarter - ein unerhörter Treubruch gegenüber der Heimat, der nie mehr gesühnt werden könne. Religion, Volk und Landschaft standen für den 30-jährigen in einem gemeinsamen, unauflöslichen Bund, der über das Irdische hinausging und der nicht zu kündigen war. So wanderte er in den Sommer- und Herbsttagen 1939 unaufhörlich von Hof zu Hof, um die Leute von der Deutschland-Option abzuhalten, aber mit mehr als mäßigem Erfolg. Die Leute standen unter dem nachhaltigen Eindruck, sich dem von oben angeordneten Großprojekt Option beugen zu müssen. Ihre Verunsicherung, Angst und Aggression richtete sich nicht gegen diejenigen, die für die Option warben, sondern gegen jene, die die zunehmend geschlossene Front der Deutschlandoptanten aufzubrechen suchten,. So bezog der „Stundl“ oft genug Prügel, ohne dass ihn dies sonderlich demoralisiert hätte. Damals war Egarter noch optimistisch und lebensfroh, kein klerikaler Kopfhänger, kaum zu entmutigen im Kreise jener wenigen, die sich der Deutschlandpropaganda und der hausgemachten oder importierten Nazitrommelei entgegenstemmten. Kanonikus Gamper, die jungen Friedl Volgger und Vinzenz Oberhollenzer, die Amonn-Brüder Erich und Walther als Vertreter des Stadtbürgertums, die Riege der Pusterer um Vater und Sohn Sternbach, den Toblacher Strobl, Graber-Troyer und eben Hans Egarter. Sie hielten Südtirols Ehre hoch in jenen Monaten, obwohl man auch viele verstehen muss, die in Deutschlandoption und Abwanderung einen Funken Hoffnung für sich selbst, für Südtirol erblickten.
1939, 140 Jahre nach Anno Neun, gründeten sie den Andreas-Hofer-Bund, Ausdruck von Heimattreue und katholischer Gesinnung. Als Friedl Volgger im Herbst 1943 ins KZ Dachau geholt wurde, übernahm Egarter die AHB-Führung. Am 9. September 1943 waren deutsche Truppen in Italien einmarschiert, bejubelt von der Südtiroler Bevölkerung, die mit ihnen die Befreiung von Italien gekommen sah. Spät erst erkannte man, dass mit den schneidigen, kurzbehosten Gebirgsjägern auch die Nazidiktatur ins Land gekommen war, hinter der deutschen Tünche, der deutschen Schule, der deutschen Verwaltung um einiges mörderischer als die Faschisten. Egarter ging in den Untergrund und formierte den AHB zu einer lockeren Partisanentruppe, die Kurierdienste in die Schweiz übernahm, dessen Exponenten bald auch im Passeiertal bewaffnet auf deutsche Truppen losgingen. „Achtung Bandengebiet!“ las man groß am Taleingang, als Warnruf der Deutschen. Der Schulterschluss mit italienischen Partisanen fiel allerdings schwer, aus ideologischen Gründen, aber auch deshalb, weil der Andreas-Hofer-Bund die Rückkehr Südtirols zu einem dereinst befreiten Österreich wünschte. Kontakte mit den Alliierten in der Schweiz sollten den Weg für die erhoffte Heimkehr Südtirols nach dem Krieg vorbereiten. Vom britischen Geheimdienst, der SOE und von den Franzosen wurde Egarter unterstützt, die Geld und Männer einschleusten, wie den in die Schweiz geflüchteten Südtiroler Deserteur Johann Pircher oder Karl Gufler. Beide verstärkten die Passeirer Partisanen, beide sollten tragische Konsequenzen tragen.
Egarter arbeitete in der Deckung eines Redakteurs des „Bozner Tagblattes“, Südtirols Nazi-Zeitung. Hauptquartier war das “Filipinum“ ein Meraner Internat, wo der Theologe Egon von Petersdorff mit der Schweiz Kontakt hielt und sich regelmäßig mit Egarter austauschte. Über Radio London gelangten codierte Botschaften nach Südtirol, die im „Filipinum“ dechiffriert und umgesetzt wurden. Hans Egarter, im alliierten Geheimdienst mit dem Decknamen „Barbarossa“ bedacht, hatte hohen Stellenwert bei seinen Gesprächspartnern. Dem AHB und den von ihm beeinflussten Partisanen gelang es nicht nur, im Passeiertal stark aufzutreten, sondern auch die von den deutschen Besatzern aufgestellten Polizeiregimenter erfolgreich zu infiltrieren. Vor allem das in unserer Stadt stationierte Polizeiregiment Brixen verweigerte bei der geplanten Angelobung Ende Februar 1945 geschlossen den Eid – statt eines strammen Gelöbnisses gab es auf dem Kasernenhof in Anwesenheit des Obersten Kommissars Franz Hofer nur defätistisches Gemurmel - sodass es sofort entwaffnet und strafweise an die russische Front nach Oberschlesien versetzt wurde. Die subversiven Männer des Andreas-Hofer-Bundes waren ein heimliches Kapital des Landes, Garanten seiner Glaubwürdigkeit und die Zeugen einer antinazistischen Grundgesinnung. Gewiss: Manche der AHB-Partisanen waren auch Abenteurer, Desperados, wie bei solchen zusammengewürfelten Einheiten unvermeidlich, insgesamt aber waren sie lauterer Gesinnung. Sie gerieten in eine Partie, die zu groß war für sie und die sie dennoch spielten – denn sie mussten es tun.
Am Ende des Krieges, nach dem Waffenstillstand von Caserta, übernahmen wieder die Italiener am 2. Mai 1945 die Verwaltung des Landes. Die deutschen Kommandos hatten die Verwaltung an Bruno De Angelis, Repräsentant des CLN, übergeben – eine schwere Enttäuschung für all jene, die gehofft hatten, Südtirol würde einer einheimischen Verwaltung übergeben werden. Bereits am 8. Mai 1945 wurde die SVP gegründet, um die Rechte der Südtiroler und die Rückkehr zu Österreich zu verfechten. Ihre Gründungsmitglieder waren zumeist aufrechte Nazi- und Faschismusgegner, aber auch einige Deutschlandoptanten. Egarter unterstützte die junge Partei, hielt sich aber noch im Hintergrund. Er übernahm stattdessen eine heikle Mission: Der AHB suchte unter seiner Leitung systematisch nach Wehrmachts- und SS-Offizieren, nach einheimischen Nazi-Größen, verhaftete sie und übergab sie der amerikanischen Besatzung, die bis zum 31. Dezember im Land verweilte. An die 100 Männer wurden mit US-Billigung festgenommen, die allermeisten von ihnen waren SS-Offiziere, SD-und Gestapo-Agenten, einheimische Größen bei der SOD und andere mehr. Dies war eine Säuberungsarbeit, die der AHB für vordringlich erachtete, die auch notwendig war, sie trug ihm bald aber auch Hass und Ressentiments zu. Verständlich: Schon bald nach Kriegsende wollte man in Südtirol einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen, die Zeichen standen auf Geschlossenheit der deutschen und ladinischen Sprachgruppe. Die politische und kirchliche Führung des Landes, die Meinungsträger wollten nach vorn blicken, die heikle Südtirolfrage mit der Rückkehr zu Österreich oder mit der Selbstbestimmung beenden. Dafür schienen ein Schulterschluss, schienen Kompakt- und Einheit unabdingbar. Wer die offenen Wunden der letzten Jahrzehnts anrührte, geriet daher bald in Misskredit. Dies galt auch für die ehrbaren, entschieden antifaschistisch und –nazistisch eingestellten Männer der SVP. Wer unter der braunen Verfolgung und Terror gelitten hatte, sah dies anders, erblickte in der Inhaftierung eine notwendige Sühne. Zudem kamen die meisten Inhaftierten mehr als glimpflich davon. Egarter beurteilte die Verhaftungs-Aktion 1948 im Rückblick mit drastischer Härte: „Jeder Stallknecht, der zum Ausmisten bestimmt ist, stinkt – das war und bin ich mir stets bewusst gewesen. [...] Wenn ich Leute verhaftete [...] so ist das Verhältnis ein kleiner Prozentsatz gegenüber den Südtirolern, wo ich die Verhaftung verhinderte, ihnen dadurch Gefängnis und Lager ersparte.“ Und Egarter betrieb auch in „Dolomiten“ und „Volksbote“ in den ersten Nachkriegsmonaten schonungslose Abrechnung mit den einheimischen Nazi-Größen und Kollaborateuren, mit einer Schärfe und Deutlichkeit, die notwendig war, aber politisch bald keineswegs erwünscht. Der AHB wurde am 15. Oktober 1945 aufgelöst, von der US-Besatzung offiziell als Widerstandsorganisation anerkannt. Ein ungeklärtes, ein dunkles Kapitel blieben die Erschießungen eines deutschen Hauptmanns und eines Passeirer SOD-Führers, dafür wurde den AHB-Partisanen noch Jahre später der Prozess gemacht und einer ihrer Vertreter, Hans Pircher in Bozen 1954 aufgrund blosser Indizien zu 30 Jahren Haft verurteilt, aus der er erst 1979 freikam.
Anfang der Fünfziger Jahre befand sich Egarter längst auf dem Abstellgeleise. Er war 1949 nach Brixen übersiedelt, wo er als Berichterstatter der “Dolomiten“ arbeitete, aber bald auch diesen Job verlor. Seine Unstetigkeit, seine innere Unrast und Unzuverlässigkeit waren Mängel, die seine großen Vorzüge, sein spontanes Organisationstalent und seine moralische Lauterkeit verdunkelten. „Er ist ein Schussler und ein Schlampian“, notierte sogar der ihm geneigte Josef Raffeiner, erster Generalsekretär der SVP, im Juli in sein Tagebuch. Diesem Urteil mag man beipflichten, zudem war Egarter ein erbärmlicher Menschenkenner, oft zu vertrauensselig. Aber er war nicht gehässig, kein Racheengel, frei von persönlichem Hass. Und im Grunde ein Romantiker, der Brixen zum 1050-Jahr-Jubiläum ein Theaterstück widmete: „Sturm über Gottes Garten.“ Aufgrund von Krankheit und persönlicher Probleme, die ihn zunehmend arbeitsunfähig machten, beantragte und erhielt Egarter Mitte der Fünfziger eine Frühpension. In Brixen, wo um 1955 ein harter volkstumspolitischer Kurs einkehrte, wurde er immer wieder angefeindet und als Verräter angepöbelt. Seine zunehmende äußere Verwahrlosung erregte Anstoß, er galt als wirrer, oft von Alkoholismus geplagter Außenseiter. Er lebte in der Trattengasse als ein „geschlagener, enttäuschter und schaffensmüder Mensch“ (V. Oberhollenzer), betreut nur von seiner Hauswirtin, der Frau Laner und Maria Brugger. Im aufstiegsorientierten, volkstumspolitisch erhitzten Südtirol der frühen Sechziger hatten Außenseiter wie Egarter keinen Platz, „Wirrköpfe“ und Moralapostel seines Schlages erfuhren meist Abweisung und Kälte. Herzasthma und eine Lungenkrankheit machten ab 1962 lange Aufenthalte im Sanatorium notwendig, kurz nach einer neuerlichen Entlassung brach er plötzlich zusammen, wurde von Bürgermeister Dejaco ins Krankenhaus eingeliefert und starb wenig später.
Dem würdigen Begräbnis folgte rasches Vergessen, im offiziellen Südtirol waren um 1960 bis weit in die siebziger Jahre Option und Nationalsozialismus keine Themen, sondern historische no-go-areas, erst recht durfte nicht die Rede sein von hausgemachten Nazis oder Widerstand. Heute aber ist die Zeit reif für Rehabilitierung, nicht für eine Heldensaga, sondern für eine gelassene, umsichtige Bestandsaufnahme der Egarter-Vita. Seine Figur eignet sich nicht zum Mythos, ihre Fehlbarkeit und Schwäche machen ihn aber zum Kronzeugen dafür, dass Geschichte nicht in Schwarz-Weiss-Manier aufgeht, sondern in abgestuften, differenzierten Tönungen zu zeichnen ist. Egarter bedarf daher keiner Ehrungen, keiner rituellen Kranzniederlegungen, aber eines würdigen, auch dankbaren Gedenkens für das, was er Südtirol geschenkt hat. Und das ist wahrlich nicht wenig: Ein genuines Stück antifaschistischer und antinazistischer Tradition, als Zeugnis dafür, wie notwendig, wie bitter notwendig Widerstand und Bürgermut auch in aussichtslosen Situationen sind. Stadtarchivar Hubert Mock und ich haben beschlossen, zum 100. Geburtstag von Egarter eine Biografie zu veröffentlichen, die Zeit ist reif, der Termin, das AH-Jahr 2009 nicht unpassend.
Sollten Sie morgen einen Moment Zeit finden, sein Grab zu besuchen, das an der Nordarkade des Friedhofs liegt, so denken Sie bitte an einen Mann, dem Südtirol einen Teil seiner Wiederaufbaus verdankt, an einen Menschen, der kein Macher und Übermensch war, aber Tapferkeit, Fehlbarkeit und Unrast in sich vereinte. Darin steht uns Egarter näher als viele andere, in der Mischung von Größe und Mittelmaß war er ein echter Bürger Brixens, unserer Heimat.
Hans Heiss Brixen, im April 2007
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Des Menschen höchstes Gut ist seine Menschlichkeit.
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