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Repression | von Rasmus Andresen Der tibet-china-konflikt Beredtes Schweigen am Himalaya
17.09.2007: Seit den 60er Jahren befindet sich der Dalai Lama im Exil und auf der Suche nach einem Weg aus der Unterdrückung seines Volkes durch die Übermacht China. Trotz schöner Worte von Seiten westlicher Regierungschefs steht er ziemlich allein da. Durch den Dalai Lama ist der Tibetkonflikt von den unbekannten Konflikten zu einem der bekannteren geworden. Trotzdem gilt auch für diesen Konflikt, nicht im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Denn bis heute wissen nur wenige etwas über den Konflikt zu China. Die 2 Millionen EinwohnerInnen starke Bergregion gehört als Verwaltungseinheit zu China. Das geologisch sehr interessante Gebiet ist im Besitz von vielen nicht abgebauten Bodenschätzen, wie etwa Gold, Erz, Zink, Graphit und Kohle.
Das stille Leiden der Tibetaner Die Geschichte des Konflikts geht bis ins 7. Jahrhundert zurück, als tibetanische Truppen nach China eindrungen. In dieser Zeit breitete sich damit der aus Tibet kommende Buddhismus in China aus. 600 Jahre später begann Chinas Einfluss auf Tibet kulturell und politisch größer zu werden. Ende des 19. Jahrhunderts gelang es Tibet unter der geistlichen und politischen Führung des ersten Dalai Lamas, sich von China zu lösen. Die in Indien stationierten britischen Soldaten sicherten über den Himalaya Tibets Unabhängigkeit. Diese Unabhängigkeit wurde vertraglich 1914 durch Russland, Indien und Grossbritannien abgesichert. Nachdem 1950 in China die Kommunisten wieder die Macht erlangten, führten sie eine Militäroffensive gegen Tibet durch. Der Dalai Lama wurde zu Verhandlungen nach Peking gebeten. Aussenpolitisch gab Tibet als Resultat jegliche Autonomie ab. Im Gegenzug sollte den EinwohnerInnen Tibets Religionsfreiheit gewährt bleiben und Mehrausgaben im Bildungs- und Gesundheitssektor bewilligt werden. Ausserdem sollte der Dalai Lama der geistliche Führer Tibets bleiben. China schickte als Folge der Vereinbarung 50.000 Soldaten in die Region und fungierte somit als Besatzungsmacht. Die EinwohnerInnen Tibets wurden alles andere als gut behandelt: so wurden sie zur Zwangsarbeit gezwungen, die mitunter im Tod ihr grausames Ende fand. Daraufhin gab es immer mehr Aufstände gegen die Besatzungsmacht. Die Aufstände entwickelten sich zu einem Guerillakrieg, in dem die chineseische Armee auch den Sitz des Dalai Lamas angriff. Der Dalai Lama wurde so gezwungen, nach Indien ins Exil zu flüchten. In Tibet gingen die blutigen Auseinadersetzungen weiter, 2.000 TibeterInnen starben und 4.000 wurden festgenommen. In den 1960ern verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Indien und China. 1964 wurde der Dalai Lama aus seinem Amt enthoben, erst 14 Jahre später wurde er von China im Amt wieder zugelassen. Die Achtziger waren von Repressionen der chinesischen Zentralregierung geprägt, die im Gegenzug Großdemonstrationen auslösten. Während China nach außen hin den Eindruck vermitteln will, sich um die Bevölkerung Tibets mit Hilfe eines Entwicklungsprogramms zu kümmern, geschieht de facto nicht viel. Die Repressionen gerade gegen Dalai Lama gehen weiter. So verbot die chinesische Regierung 1996 die Nutzung von Dalai-Lama-Bildern während buddhistischer Veranstaltungen. Durch das Ansiedeln vieler ChinesInnen in Tibet ist die Bevölkerung in der Region sehr gemischt; dies macht den Kampf für die tibetianische Sache nicht einfacher.
Die diplomatische Welt schweigt lieber Mit China und Tibet treffen zwei Welten aufeinander: während die ChinesInnen meinen, mit ihrer Art des Kommunismus expandieren zu wollen, lebt die Bevölkerung Tibets den Budhismus, eine aus kommunistischer Sicht falsche Lebenseinstellung. Aber es ist klar, in diesem Konflikt geht es neben dem kulturellen Anliegen auch um die Rohstoffe, die die Bergregion hat. Chinas Interesse an den Rohstoffen dürfte schon allein einen Rückzug chinesischer Truppen unwahrscheinlich machen. Desweiteren will China in Tibet ihren Macht- und militärpolitischen Anspruch untermauern, auch gegenüber der westlichen Welt. Aus nationaler wie europäischer Politik heraus ist die Tibetfrage sehr spannend. Klar sollte hier Position bezogen werden gegen Völkermord und Unterdrückung. Jedoch haben Deutschland und die EU es mit einem mächtigen und immer mächtiger werdenden Gegner zu tun. China als kommende politische und ökonomische Macht will mensch als Handelspartner nicht verärgern und so spielt der Tibetkonflikt bei wichtigen Treffen von Regierungschefs keine Rolle. So verabschiedeten Bundestag wie Europaparlament wichtige Resolutionen, die sich kritisch mit der Tibetfrage auseinandersetzen, jedoch werden bei Verhandlungen mit China ökonomische Interessen höher gewertet. So kritisiert die Tibet Initiative in Deutschland gerade Ex-Kanzler Schröder für seine fehlende Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China. Im Gegensatz dazu lobt die Tibet Initiative den damaligen grünen Außenminister Joschka Fisher, der deutlich chinesische Menschenrechtsverletzungen in direkten Gesprächen anprangerte. Eine grüne Tibetpolitik?
Chinesische Repressionen öffentlich anprangern! Wichtig ist, nicht vor Chinas Bestrebungen in die Knie zu fallen, sondern im Gegenteil, sie zu nutzen, in Verhandlungen die Tibetfrage zu thematisieren und für die Eigenständigkeit Tibets zu streiten. China mag dabei sein, eine Macht zu werden, aber ohne europäische oder amerikanische PartnerInnenschaft wird das Land keinerlei Chancen haben. Diese ökonomische Abhängigkeit gilt es auch für die Tibetfrage positiv zu nutzen. Chinas Menschenrechtsverletzungen in anderen Bereichen sollten selbstverständlich ebenso scharf kritisiert werden. Wenn europäische Politik und Wirtschaft mutiger wären, wäre auch der Ausgangspunkt für Änderungen gar nicht so schlecht. Während bei vielen afrikanischen Konflikten die Aufmerksamkeit auf die Region für viele leider uninteressant wirkt, ist China im Fokus der Öffentlichkeit, dies sollte genutzt werden.
Quelle: www.gruene-jugend.de |



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Des Menschen höchstes Gut ist seine Menschlichkeit.
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